Spätestens seit der erfolgreichen Batman-Verfilmung “The Dark Knight Rises” dürfte der Schurke Bane vielen Menschen ein Begriff sein. Doch auch wenn im Film der Ursprung dieser Figur angerissen und erklärt wurde, so ist Bane in den Comics eine sehr viel komplexere und mächtigere Figur, als man auf Basis des Films vermuten mag. Passend dazu erscheint am 19. Februar der Comic-Band “Batman gegen Bane”, der auf 164 Seiten die Anfänge Banes zeigt.
Der Comic-Band “Batman gegen Bane” enthält im Grunde zwei große Geschichten, die bereits einige Jahre auf dem Buckel haben. Im ersten Teil finden wir die Story “Banes Rache”, die von Banes Geburt und Kindheit beginnend den Werdegang aufzeigt. Wir erfahren, wie aus dem Kind Niño im Gefängnis Peña Dura der Schurke Bane wurde - wie der Mensch starb und das “Monster” geboren wurde. Im Original “Vengeance of Bane” stammt diese Story aus dem Jahre 1993 und ist damit inzwischen auch schon 20 Jahre alt. Dies merkt man auch sehr am Zeichenstil und an der Farbgebung, die vielleicht für jüngere Comic-Leser nicht mehr zeitgemäß ist. Heute dominieren bei Superhelden-Comics eher dunkle und realistische Farben. Die Story “Banes Rache” hingegen ist an vielen Stellen doch sehr bunt geraten und vor allem im Vergleich zu den dunklen Nolan Filmen liegen hier Welten dazwischen.
Banes Geburt und Jugend
Doch abseits von Zeichenstil und Farbgebung steckt in “Banes Rache” eine sehr tiefgründige und sehr interessante Geschichte: Die Jugend von Bane auf der karibischen Inselrepublik Santa Prisca. Im Gefägnis von Peña Dura wurde ein Kind geboren, dessen Vater als Rebell gegen die Regierung gekämpft hatte und sich seiner Strafe entziehen konnte. Um der Gerechtigkeit jedoch Genüge zu tun, wurde der Sohn des unbekannten Vaters für die Verbrechen des Vaters verurteilt. Die Strafe war lebenslängliche Haft. Da der Sohn jedoch noch nicht geboren war, wurde die werdende Mutter ins Gefängnis geschickt und brachte dort ihren Sohn Niño zu Welt, jenes Kind, dass später zu Bane werden sollte. Nachdem die Mutter sechs Jahre später starb wurde der Sohn zu den anderen Verbrechern gesperrt. Schwerverbrecher, die teilweise dutzende Menschen auf dem Gewissen hatten.
Doch der kleine Niño war nicht schwach, das Gefängnis und die Dinge dort hatten ihn bereits in diesen jungen Jahren zu einem “Mann” gemacht. Er lernt schnell, dass er zum Überleben ebenso aggressiv und gewaltbereit sein muss, wie alle anderen Insassen. Nachdem er einen anderen Häftling brutal ermordet hat, erhält er den Namen “Bane”, was in etwa mit “Fluch” oder “Verderben” zu übersetzen ist. Als Strafe wird Bane in ein dunkles Loch gesperrt, wo er nur noch härter wurde und der Drang zu Überleben sein wichtigster Anhaltspunkt im Leben wurde. Mehr als zehn Jahre verbrachte Bane so in der Dunkelheit und wurde auch körperlich zum Mann. Für die Häftlinge war Bane zur Legende geworden. Viele Menschen wollten hinter ihm stehen und so begann Bane erstmals die Massen der Unterdrückten hinter sich zu versammeln. Er begann zu lernen und zu trainieren… Bis der Tag kam, an dem er “Venom” bekam. (Nicht zu verwechseln mit dem Venom-Experiment, dass man in Beziehung mit Spider-Man aus dem MARVEL Universum kennt!) Bane war der einzige Mann, der die Injektion überlebte. Venom machte Bane noch stärker und noch intelligenter… Bane findet einen Weg aus dem Gefängnis und nach Gotham City, wo er den Tod von Batman zu seinem persönlichen Ziel erklärt.
Bane, der Fluch des Dämons
Die zweite große Geschichte in diesem Comic-Band trägt den Titel “Bane, der Fluch des Dämons” und stammt aus dem Jahre 1998 - ist also fünf Jahre älter als “Banes Rache”. Hier waren der gleiche Autor (Chuck Dixon) und der gleiche Zeichner (Graham Nolan) am Werk, doch der Stil wirkt durch die deutlich erwachseneren und düsteren Farben ganz anders. Dies liegt wohl vor allem daran, dass in dieser Geschichte Noelle Giddings für die Farben verantwortlich war und nicht mehr Adrienne Roy.
Diese Geschichte handelt im Grunde vom ersten Aufeinandertreffen von Bane mit Ra’s Al Ghul, den Kinogänger vor allem aus dem Film “Batman Begins” kennen. Doch hier erfährt man die wahre Geschichte hinter Bane und Ra’s Al Ghul, denn deren Beziehung und vor allem die Beziehung zwischen Bane und Ra’s Al Ghuls Tochter Talia wurden im Film “The Dark Knight Rises” völlig anders als in der Comic-Vorlage dargestellt. Aus dieser Sicht ist dieser recht umfangreiche Comic interessant, doch auf den zweiten Blick erkennt man schnell ein großes Problem mit “Bane, der Fluch des Dämons”. Es ist zwar spannend zu erfahren und zu sehen, wie Bane und Ra’s Al Ghul ein psychologisches Machtspiel führen und Talia darin nur eine Schachfigur ist, doch die Story an sich bietet für sich allein gestellt kaum einen Mehrwert. Zu viele Informationen aus dem DC Universum und aus anderen größeren Storybögen fehlen, um diese Story wirklich verstehen zu können. Mehr darüber hinwegsehen kann, der erfährt zumindest im Bezug auf Ra’s Al Ghul einige interessante Informationen…
Batman gegen Bane… Wo ist Batman?
Sieht man das Cover zum ersten Mal und liest dazu den Titel “Batman gegen Bane”, so mag man vermuten, dass es hier um den epischen Kampf zwischen Bane und Batman geht. Doch dem ist gar nicht so. Batman kommt nur auf wenigen Seiten vor und eigentlich handelt es sich hier um ein reines Bane Comic-Buch. Sogar der Titel “Bane gegen Ra’s Al Ghul” wäre passender gewesen. Aber vermutlich will man hier das Zugpferd Batman nicht fallen lassen und hofft damit, interessierte Leser nach dem Sehen von “The Dark Knight Rises” zum Kauf zu ermuntern.
Unser Fazit
Auch wenn Cover und Titel einer Mogelpackung gleichen, so ist vor allem “Banes Rache” eine Story, die man gelesen haben sollte. Bei “Bane, Fluch des Dämons” kann man unterschiedlicher Meinung sein. Im Kontext des gesamten DC Universums mag diese Story wichtig sein und auch eine angemessene Berechtigung haben, doch alleine für sich gestellt und vor allem im Hinblick darauf, dass sich dieser Band sicherlich eher an Neulinge wendet, ist die Wahl dieser Story fragwürdig. Nichtsdestotrotz kann man mit diesem Comic-Band jede Menge Spaß haben und interessante Details erfahren. Nicht der beste Comic-Band, aber auch kein Fehlkauf.
Mehr zum Comic gibt es bei Panini Comics.








