Endlich schieben wir nun auch unsere Rezension zum inzwischen neunten Band der Offiziellen Marvel Comic Sammlung. In Zukunft hoffen wir, dass wir etwas zeitlich näher veröffentlichen können. Im vorliegenden Band geht es erstmals in der Sammlung in das Ultimate-Universum, eine Art Parallelwelt, in der viele Dinge ganz anders sind, als man sie aus den “normalen” Comics kennt.
In der chronologischen Reihenfolge trägt der Band “Ultimates - Übermenschlich” die Nummer 28 und ist damit ziemlich in der Mitte der Sammlung eingeordnet. Nachdem der letzte Band “Wolverine” recht dünn war (enthielt nur 4 US-Ausgaben), ist der aktuelle Band wieder ein ganzes Stück dicker und enthält die US-Ausgaben “Ultimates (Vol 1)” #1 bis #6 aus dem Jahre 2002. Damit haben wir auch recht aktuelles Material vorliegen und den perfekten Einstieg für Neuleser in das Ultimate-Universum. Denn die namensgebenden Ultimates sind das Gegenstück zu den Avengers aus dem normalen Universum.
Übrigens: Da es in der Comic-Welt von Marvel inzwischen recht viele parallele Welten gibt, wurden die einzelnen Welten mit Nummern versehen. Das altbekannte Universum wird dabei mit “Earth-616″ bezeichnet, während das Ultimate-Universum den Titel “Earth-1610″ trägt und das populärste Universum neben dem “normalen” Universum bildet. In “Earth-1610″ sind inzwischen recht viele Dinge ganz anders, als wir sie kennen. So ist beispielsweise 2011 Peter Parker verstorben und ein anderer junger Mann hat die Rolle des Spider-Man übernommen. Aber auch viele andere bekannte Charaktere sind in “Earth-1610″ ganz anders, wie man dies auch schnell beim Lesen von “Ultimates - Übermenschlich” erfahren wird.
Die in diesem Comic gebundenen Ausgaben waren 2002 sehr erfolgreich und das verdanken die Ultimates vor allem Mark Miller, dessen Ideen damals wie eine Bombe einschlugen. Er erschuf die bekannten Rächer auf eine ganz andere Weise, die man so nicht für möglich hielt, die aber zugleich einfach passend wirkt. Die ganze Geschichte ist - wie es oft im Ultimate-Universum vorkommt - eher dunkel gehalten und realistischer. Bunte Farben sind eine Seltenheit und auch der Grundton in der Story ist dunkler und rauer. Zusammen mit dem Zeichentalent von Bryan Hitchs erlebt man hier einen Comic, der wie ein Kinofilm wirkt, denn viele der Bilder von Hitch sind im Breitbild-Format und damit könnten sie wirklich direkt aus einem aktuellen Kinofilm kommen.
Dies merkt man schon auf den ersten Seiten, wenn man in das Jahr 1945 versetzt wird, wo Captain America zusammen mit zahllosen US-Soldaten versucht auf Island eine Basis der Nazis zu zerstören. Dort ist man gerade dabei eine vernichtende Rakete mit nuklearem Sprengkopf einzusetzen, die das Ende des Krieges verändern könnte. In einem letzten verzweifelten Versuch hängt sich Captain America an die startende Rakete und zerstört diese. Er ist der Held des Tages, doch er bleibt vermisst und wird für tot erklärt. Danach geht es in die moderne Welt, in das damalige Jahr 2002, als übrigens noch George W. Bush Präsident der USA war und auch einen kurzen Gastauftritt in diesem Band hat. Man sieht also, dass das Ultimate-Universum geschichtlich sehr viel näher an unsere reale Welt angelehnt wurde, was man mehrmals im Laufe des Lesens merken wird. Auch trifft man auf den kommenden Seiten erstmals auf Nick Fury, wie man ihn auch aus dem Marvel Cinematic Universe kennt. Denn im ursprünglichen “Earth-616″ Universum ist Nick Fury hellhäutig, während er im Ultimate-Universum dunklere Haut hat und dem Schauspieler Samuel L. Jackson wie aus dem Gesicht geschnitten aussieht.
Doch zurück zur Story: Im heutigen New York bespricht Nick Fury mit Bruce Banner alias Hulk seine neusten Pläne. Man will ein Team aus Superhelden und genialen Köpfen aufstellen, um damit etwas gegen zukünftige Gefahren in der Hand zu haben. Wer hier an die Avengers denkt, der denkt nicht falsch. Denn dies ist die Geburtsstunde der Ultimates - wie anfangs schon gesagt das Gegenstück zu den Avengers in “Earth-616″. Neben Bruce Banner kommen auch noch Hank Pym (Ant-Man), Janet van Pym (Wasp) und Tony Stark (Iron Man) ins Team. Und auch Captain America ist nicht weit weg, denn dessen fast lebloser Körper wird just in diesem Moment aus dem Atlantik gefischt und wie kann es anders sein, wird Captain America wiederbelebt. Der Versuch auch noch Thor anzuwerben geht schief, denn dieser ist im Ultimate-Universum - zumindest in diesem Comicband - eher mit einem älteren Hippie zu vergleichen als mit einem Gott. Trotzdem verfügt er mit seinem Hammer über besondere Kräfte. Er will sich den Ultimates jedoch nicht anschließen, es sei denn, dass der amerikanische Staat den Etat für die Entwicklungshilfe verdoppelt.
Wenig später bekommen es die Ultimates doch erstmals mit einem Problem zu tun, als Bruce Banner aus einer absurden Form der Eifersucht zu Hulk mutiert und damit beginnt ganz Manhattan kurz und klein zu klopfen… Doch mehr wollen wir hier gar nicht mehr verraten.
Fazit: “Ultimates - Übermenschlich” lässt sich mit nur einem Wort perfekt beschreiben: Meisterwerk! Denn das haben Mark Miller und Bryan Hitchs hier erschaffen. Unsere Meinung: Kaufen und lesen! Mehr kann man eigentlich nicht an lobenden Worten verlieren.
Wer mehr über die Sammlung und die Serie wissen will, der findet Weiteres ebenso wie Infos zum Abo auf der offiziellen Seite: zeit-fuer-superhelden.de




